Selbstkritisch Interessierte und Wellness-Fans attraktivste Zielgruppen im wachsenden Gesundheitsmarkt
Roland Berger und die WKÖ untersuchen Zukunftsmarkt Gesundheit
Der zweite Gesundheitsmarkt wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen. So werden die privaten Ausgaben für Prävention jährlich um zehn Prozent zunehmen, die für gesunde Lebensmittel um acht Prozent. Auch in anderen Teilbereichen werden ähnlich hohe Steigerungen erwartet. Das Thema Gesundheit bietet damit einen weiten Raum für innovative Geschäftsmodelle – von Fitness & Wellness über biologische Lebensmittel bis zum Gesundheitsfernsehen für Firmen-Intranets. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und Roland Berger Strategy Consultants haben nun mit der Broschüre "Erfolg auf dem Gesundheitsmarkt" einen Praxisleitfaden für Start-ups in diesem Bereich veröffentlicht. Kern der Publikation ist die Unterteilung der Bevölkerung in fünf Konsumententypen.Die privaten Gesundheitsausgaben wachsen kontinuierlich – seit 2002 um durchschnittlich 4,7 Prozent pro Jahr. Inzwischen gibt jeder Österreicher rund 1.600 Euro im Jahr aus. Der Markt ist für Unternehmen sehr attraktiv, hat aber einige Eigenheiten: Auch wenn alle Menschen mehr oder weniger gesundheitsbewusst sind, so sind sie es auf sehr verschiedene Weise. Wer Geschäftschancen im zweiten Gesundheitsmarkt nutzen will, muss wissen, wen er wie ansprechen will. Die Einteilung der Bevölkerung in Gesundheitstypen ist ein erster Schritt, sich dem Konsumenten zu nähern und Märkte und Produkte seinen Bedürfnissen entsprechend zu entwickeln. Unternehmen sollten sich daher entweder auf ein bis zwei Typen als Zielkunden konzentrieren oder verschiedene Produkte – oder sogar Submarken – für verschiedene Zielgruppen entwickeln.
Basierend auf Marktforschungsdaten identifizierte Roland Berger fünf Grundtypen von Konsumenten im Gesundheitsmarkt. Diese Archetypen decken mit etwa gleichgroßen Anteilen (ca. 20%) die gesamte österreichische Bevölkerung ab.
Die selbstkritisch Interessierten
Die für Unternehmen attraktivste Gruppe sind die selbstkritisch Interessierten, die sich intensiv mit Gesundheitsthemen und dem eigenen Gesundheitszustand befassen. Das persönliche Wohlbefinden ist ihnen durchschnittlich 2600 Euro im Jahr wert.
Die rundum aktiven Wellness-Fans
Für 20 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher steht das selbsttätige Handeln im Mittelpunkt, um die eigene Gesundheit zu fördern. Menschen dieser Gruppe sind sportlich aktiv, nutzen Wellness-Angebote und sind an Vorsorge stark interessiert. Die jährlichen Gesundheitsausgabe liegen bei 1850 Euro.
Die sorglosen Sportler
Dieser Kundentyp setzt einen klaren Schwerpunkt beim gesundheitsförderlichen Verhalten – und zwar beim Sport. Sport geht ihm über alles, er gibt jährlich 1850 Euro dafür aus. Wissensaspekte interessieren ihn ebenso wenig wie Wellness. Für Prävention will der sorglose Sportler kein Geld ausgeben, und er geht auch nur zum Arzt, wenn es nötig ist.
Die passiven Zauderer
Die passiven Zauderer wollen mehr für ihre Gesundheit tun, können sich aber nicht zu einem gesunden Lebensstil aufraffen. Sie betreiben kaum Sport, nutzen keine Wellness-Angebote und interessieren sich nicht für Gesundheitsthemen. Sie gehen mit Abstand am häufigsten zum Arzt, ihre Gesundheitsausgaben liegen mit rund 1000 Euro pro Jahr weit unter dem Bevölkerungsdurchschnitt.
Die traditionellen Minimalisten
Gesundheitsvorsorge reduziert sich bei den traditionellen Minimalisten auf gelegentliche Arztbesuche – aber nur, wenn es ihnen schlecht geht. Minimalisten wenden gerade 500 Euro pro Jahr für Gesundheit auf, verfügen aber über das höchste Durchschnittseinkommen. Am ehesten sind sie mit traditionellen Produkten und Dienstleistungen zu begeistern, die einen engen medizinischen Kontext haben.
Aktionsprogramm für kleine und mittle Unternehmen
Die kostenlose Broschüre „Erfolg auf dem Gesundheitsmarkt – Ein Leitfaden für die Praxis“ kann unter der Telefonnummer +43 05 90 900-4279 bestellt werden oder findet sich unter www.unternehmerservice.at/publikationen zum downloaden. Die Broschüre wurde in Kooperation von Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, Wirtschaftskammer Österreich und Roland Berger Strategy Consultants.
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