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ÖSTERREICH
 
 

CEE City Ranking nimmt Hauptstädte unter die Lupe

Eine funktionierende Infrastruktur, hohes Bildungsniveau, Innovationsfähigkeit, internationales Flair, hohe Lebensqualität und ein breites kulturelles Angebot sind Merkmale, die eine Stadt für internationale Führungskräfte und Unternehmen attraktiv machen. Roland Berger hat zehn Hauptstädte Mittel- und Osteuropas nach diesen sechs Kriterien bewertet und die Hot Spots der Region ermittelt. An der Spitze des CEE City Rankings 2009 steht Wien mit 89,9 von 100 möglichen Punkten, gefolgt von Prag (70,8) und Budapest (52,3). Ljubljana (39,6), Moskau (34,0), Warschau (30,0) und Bratislava (23,4) bilden das Mittelfeld, am Ende des Rankings finden sich Bukarest (13,7), Kiew (13,5) und Zagreb (10,0).

Infrastruktur
Im Bereich Infrastruktur liegt Wien (82,1 Punkte) vor Prag (61,2) und Budapest (45,7). Bewertet wurden die Anzahl der direkten Flugverbindungen, die Kapazität des öffentlichen Verkehrs, Anzahl an Magnetresonanzgeräten im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung und die Breibandpenetration privater Haushalte. Bei den Flugverbindungen führt Moskau-Domodedovo mit 222 Destinationen vor Wien-Schwechat und Prag-Ruzyně. Beim öffentlichen Verkehr liegt Prag an der Spitze, gefolgt vor Budapest und Bratislava. Wien verfügt über die beste medizinische Infrastruktur, auf den Plätzen folgen Bratislava und Ljubljana. Die österreichische Hauptstadt liegt auch bei der Breitbandpenetration an erster Stelle. 61% der Wiener Haushalte verfügten 2008 über Festnetzbreitband. Ljubljana (51%) und Moskau (50%) folgen auf Platz zwei und drei.

Bildung
Auch im Bereich Bildung lautet die Wertung Wien (77,5), Prag (64,5), Budapest (62,2). Gemessen wurde die Anzahl der Schüler pro Lehrer, der Anteil an Personen mit Sekundar- bzw. Tertiärabschluss an der Gesamtbevölkerung und die Anzahl an Top-500 Universitäten. Die kleinsten Schulklassen findet man in Wien, Kiew, Moskau und Warschau. Bei den Maturanten (ISCED 3-4a) liegt Prag vor Bratislava und Wien. Den höchsten Akademikeranteil (ISCED 4c-5b) in der Region kann Bukarest mit 31 Prozent verbuchen. Auf den Plätzen folgen Moskau und Budapest mit je 30 Prozent. Prag, Warschau und Wien konnten je zwei Universitäten in den Top 500 des QS World University Rankings platzieren, Budapest, Ljubljana und Moskau je eine Universität.

Innovation
Ljubljana führt mit 71,4 Punkten das Innovations-Ranking an. Platz zwei geht an Budapest (69,1) und Platz drei an Prag (53,4). Untersucht wurden die Anzahl an Unternehmensgründungen, die Anzahl der Erwerbstätigen in den Creative Industries, die Anzahl an nationalen Patenten und die Ausgaben der Stadt an Forschung & Entwicklung. Einen wahren Gründungsboom erlebte Budapest: 2007 wurden fast 25.000 neuen Firmen gegründet. Die Stadt liegt mit 18 Startups pro 1.000 Einwohner vor Prag (13) und Bukarest (12). Die ungarische Hauptstadt verfügt auch über den höchsten Anteil an Beschäftigten in kreativen Berufen wie Architektur, Medien, Design, Musik oder bildende Künste. Bei der Anzahl nationaler Patente hat Moskau die Nase vorne, bei den F&E-Ausgaben Ljubljana.

Internationalität
In diesem Bereich kann Wien alle Kategorien für sich entscheiden und erreicht den Maximalwert von 100 Punkten. Platz zwei geht an Prag (36,2), gefolgt von Ljubljana und Bratislava (je 23,8). Erhoben wurden die Anzahl internationaler Headquarters, ausländischer Studierender, der Ausländeranteil an der Wohnbevölkerung und die Zahl binationaler Ehen. 41 internationale Großkonzerne haben in Wien ihren Hauptsitz, die meisten steuern ihre Aktivitäten in MOE von hier. Moskau kommt auf 33 Konzernzentralen und belegt damit Platz zwei. Umgerechnet auf die Gesamtbevölkerung ändert sich das Bild komplett: Wien bleibt an erster Stelle, gefolgt von Ljubljana und Warschau. Bei der Anzahl ausländischer Studierender liegt Wien mit 22 Prozent vor Prag (10%) und Moskau (7%). Die österreichische Hauptstadt hat auch den mit Abstand höchsten Anteil an ausländischen Bewohnern und binationalen Ehen.

Lebensstandard
Im Bereich Lebensstandard lautet die Reihung Wien (90,8 Punkte) vor Prag (78,4) und Ljubljana (63,6). Eingerechnet wurden hier der Big Mac-Index von UBS, die Durchschnittsmiete für eine Wohnung, der Mercer Safety-Index sowie der Anteil an Grün- und Erholungsflächen. In Wien muss ein Arbeitnehmer durchschnittlich 16 Minuten arbeiten, um einen Big Mac kaufen zu können. Die Stadt liegt damit vor Moskau (25 Minuten) und Ljubljana (35 Minuten). Bei den Monatsmieten kommt Ljubljana vor Wien und Prag. Die sicherste Stadt der Region ist Wien, gefolgt von Ljubljana und Prag. Die grünste Stadt in Mittel- und Osteuropa ist Kiew. Auf den Plätzen folgen Prag und Wien.

Kultur & Tourismus
Der Sieger im Bereich kulturelles Angebot heißt Prag. Die tschechische Hauptstadt erreichte 88,8 Punkte. Auf Platz zwei folgt Wien (70,7) und auf dem dritten Platz Moskau (48,5). Erhoben wurden die Anzahl an Konzerten von international bekannten Rockbands, die Anzahl der Theater und Museen sowie die Zahl der Touristennächtigungen. Bei den internationalen Rockkonzerten führt Wien vor Prag, Budapest und Bratislava teilen sich den dritten Platz. Bei den Theatern liegt Moskau mit 93 Spielstätten vor Prag und Wien; bei den Museen Budapest vor Prag und Wien. Bei den Gästenächtigungen pro Einwohner geht der erste Platz an Prag, gefolgt von Wien und Budapest. In absoluten Zahlen liegt Moskau an dritter Stelle.
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