Talent management in CEE
Junge, gut ausgebildete Talente aus den mittel- und osteuropäischen Staaten zieht es nach wie vor nach Westeuropa. High Potentials, also Berufseinsteiger mit Potenzial zur Führungskraft, werden in MOE jedoch zu einem immer wichtigeren Erfolgsfaktor für Unternehmen: Das Angebot schrumpft, die Loyalität gegenüber dem Arbeitgeber sinkt. Dazu kommen oft überzogene Gehaltsforderungen. Zahlt ein anderes Unternehmen nur geringfügig mehr, genügt dies vielen Mitarbeitern schon für einen Wechsel. In der Vergangenheit rangierte Österreich mit seinen Problemen, High Potentials zu finden, noch weit vorne; heute ist die Situation in allen untersuchten Staaten (Ungarn, Kroatien, Tschechien) nahezu gleich. Als Sorgenkind auf diesem Gebiet gilt Tschechien.
Unternehmen reagieren mit eigenen High-Potential-Programmen: Interne Weiterbildung, Coaching, Mentoring und eine auf Mitarbeiterzufriedenheit ausgelegte Unternehmenskultur sind Voraussetzung, um junge talentierte Mitarbeiter im Unternehmen zu halten. Außerdem rekrutieren die Arbeitgeber über persönliche Netzwerke und Headhunter, vor allem in Tschechien, wo das Angebot besonders knapp ist. Ansonsten dominieren weiterhin die klassischen Instrumente: Job-Inserate, Partnerschaften mit örtlichen Universitäten und Teilnahme an Karrieremessen.
Mit der Qualifikation der Bewerber zeigen sich die befragten Führungskräfte zufrieden. Einzig bei deren internationaler Erfahrung sehen sie Mängel. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass in den mittel- und osteuropäischen Ländern Studentenaustauschprogramme erst jetzt in vollem Umfang anlaufen. Auffallend sind dagegen die überdurchschnittlich guten Fremdsprachenkenntnisse, vor allem der tschechischen High Potentials.

