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ÖSTERREICH
 
 

Automobiltechnik: Wachstum in China, Stagnation in Europa, Nordamerika und Japan

Roland Berger-Studie: Markt vergrößert sich bis 2020 um 160 Milliarden Euro

Wien, 6. Mai 2010

Nach dem historischen Einbruch 2009 kommen die Automobilzulieferer nun langsam wieder aus der Krise. Im Vergleich zum letzten Vorkrisenjahr 2008 wird der Markt für Komponenten bis zum Jahr 2020 um 160 Milliarden Euro steigen – von etwa 500 Milliarden im Jahr 2008 auf mehr als 660 Milliarden 2020. Das Wachstum kommt vor allem aus China, die bisher dominierenden Triade-Märkte (USA, Westeuropa, Japan) stagnieren mehr oder weniger. Das ist das Ergebnis der Studie "Win with the winners" von Roland Berger Strategy Consultants. Wachstumstreiber sind hauptsächlich regulatorische Vorgaben, wie die Reduktion des CO2-Ausstoßes und Treibstoffverbrauch, steigende Sicherheitsanforderungen, höhere Komfortansprüche und nicht zuletzt die Nachfrage nach kostengünstigen Automobilen.

"Für die Automobilzulieferer zeichnet sich endlich ein Silberstreif am Horizont ab. Vor allem der Bereich für Komponenten des Antriebsstrangs wird in den kommenden Jahren stark wachsen", sagt Rupert Petry, Managing Partner und Automobilexperte im Wiener Büro von Roland Berger. Doch die Bandbreite zwischen Gewinnern und Verlierern wird in der Branche weiterhin groß bleiben. Während Erzeuger von Leistungselektronik, elektrischen Antrieben und Hochvolt-Batterien jährliche Zuwachsraten im zweistelligen Bereich erwarten dürfen und auch neuen Anbietern zusätzliche Geschäftspotentiale eröffnet, stehen die Hersteller einfacher, rein mechanische Komponenten unter doppeltem Druck: "Einerseits besteht die Gefahr, dass diese Teile künftig weniger stark nachgefragt und mittelfristig ganz ersetzt werden. Anderseits wird in diesem Bereich der Kostendruck weiter massiv steigen", sagt Petry. Diese Differenzierung zeigt sich auch beim Fahrwerk. Hier sind aktive Sicherheitssysteme der Haupttreiber für Innovation. Gleichzeitig erwartet Roland Berger auch in diesem Bereich eine deutliche Substitution rein mechanischer Komponenten durch mechatronische Systeme. "Zulieferer, die hier erfolgreich sein wollen, müssen sich diesem Trend stellen und entsprechende Kompetenzen aufbauen oder einkaufen", sagt Studienautor Marcus Berret, verantwortlich für das weltweite Automobilzulieferer-Geschäft bei Roland Berger. Leichtbau ist ein wesentlicher Trend bei Exterieur und Interieur-Komponenten. Im Vergleich zu anderen Bereichen ist der Innovationsgrad hier aber begrenzt. "Dieses Segment dreht sich weiter hauptsächlich um Preis und Volumen."

Herausforderung Infotainment
Die größte Herausforderung kommt auf die Zulieferer aus dem bisher sehr profitablen Infotainment Bereich (Navigationssysteme etc.) zu. Gratisangebote auf mobilen Systemen stellen hier das bisherige Geschäftsmodell in Frage. Außerdem drängen neue Billiganbieter aus Asien in den Markt. "Funktionalitäten verlagern sich so aus dem Fahrzeug vermehrt ins Internet – und werden damit Teil der dort weit verbreiteten Gratis-Mentalität", meint Berret.

"Das Automobilzuliefergeschäft bleibt weiter hart umkämpft, aber mit einem maßgeschneiderten Produktportfolio und einem angepassten Geschäftsmodell auch profitabel", fasst Petry zusammen.
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