MOE-Unternehmen kamen gut durch die Krise
Ein Drittel wuchs sogar im wirtschaftlichen Tief
Die meisten mittel- und osteuropäischen Unternehmen sind gut durch die Krise gekommen, die Umsätze haben wieder Vorkrisenniveau erreicht, die Ergebnisse noch nicht ganz. Ein Drittel der Unternehmen konnte auch in der Krise Umsatz und Ergebnis steigern. Überdurchschnittlich gut entwickelten sich polnische, tschechische und österreichische Unternehmen. Obwohl die Renditen seit 2008 niedriger als die Kaitalkosten sind, zeigen sich Investoren bezüglich der weiteren Entwicklung der Region zuversichtlich: Die EBITDA-Multiples befinden sich wieder auf dem Niveau der Vorkrisenzeit. Das sind die Ergebnisse der Studie "CEE after the crisis – Back to business as usual?", für welche Daten von 1.200 Unternehmen – 89 Prozent davon börsennotiert – aus 13 MOE-Ländern analysiert wurden.
Die untersuchten Unternehmen sind sehr gut durch die Krise gekommen. Schon 2010 lagen die Umsätze tendenziell über dem Vorkrisenniveau, bei den Ergebnissen sind sie allerdings noch nicht so weit. Auffallend ist, dass der Abstand zwischen kleinen Unternehmen (< 50 Mio. EUR Umsatz) und ihren größeren Mitbewerbern hinsichtlich Umsatz und Rentabilität immer größer wird: Kleine Unternehmen wuchsen schon vor der Krise deutlich langsamer, haben relativ spät auf die Krise reagiert und mühen sich jetzt ab, um den Anschluss wiederzufinden.
Das zeigt sich vor allem bei der Rentabilität (EBIT-Margen). Zeichneten sich MOE-Unternehmen vor der Krise durch eine jährliche Produktivität von durchschnittlich zehn bis zwölf Prozent aus, so liegt dieser Wert nun ein Drittel darunter (5-7%). Kleine Unternehmen mussten 2009 sogar ein negatives EBIT (-5%) hinnehmen und konnten ihre EBIT-Margen 2010 nur auf vier Prozent steigern. Wir gehen generell davon aus, dass bei den EBIT-Margen das Vorkrisenniveau nicht so schnell erreicht werden wird, und rechnen in den nächsten Jahren mit einer Seitwärtsentwicklung.
Krise trennt Spreu vom Weizen
Die Schere zwischen Low- und Top-Performern geht in Mittel- und Osteuropa immer weiter auseinander, die Krise hat diese Entwicklung noch beschleunigt. Im Zeitraum von 2004 bis 2010 erwirtschafteten 58 Prozent der untersuchten Unternehmen ein Umsatz- und Ergebnisplus. In den Jahren zwischen 2007 und 2009 waren es 28 Prozent. Die Gruppe der Low-Performer stagniert hingegen seit 2004. Fast ein Drittel der Unternehmen wuchs also auch in der Krise, weitere 12 Prozent konnten immerhin ihr Ergebnis verbessern. Das zeigt, dass sich gut geführte Unternehmen unabhängig von ihrem Marktumfeld entwickeln können.
Polen vor Tschechien und Österreich
Wie gering die Korrelation zwischen Unternehmens- und BIP-Entwicklung ist, zeigt der Ländervergleich: Polnische Unternehmen erwirtschafteten zwischen 2005 und 2009 mehr als zwölf Prozent Umsatzwachstum pro Jahr, tschechische und österreichische Unternehmen rund acht Prozent. Das BIP-Wachstum lag in diesen Ländern deutlich darunter. In Rumänien und Russland wiederum wuchsen die Umsätze weniger als zwei Prozent pro Jahr – trotz eines Wirtschaftswachstums von knapp vier Prozent. Auch die Erfolgsfaktoren variieren von Land zu Land: Polen hat vor allem von der starken Inlandsnachfrage und – seine Automobilindustrie – von der deutschen Abwrackprämie profitiert. Tschechien, der reifste MOE-Markt, konnte als Produktionsstandort mit attraktiven steuerlichen Rahmenbedingungen und einer gut entwickelten Infrastruktur punkten. Österreichische Unternehmen nutzten wiederum ihre internationalen Verflechtungen – auch mit Deutschland –, um die Folgen der Krise abzufedern.
Betrachtet man die Branchen, so zählen der Bau- und Immobiliensektor, der Dienstleistungsbereich, Konsumgüter sowie der Handel zu den Outperformern bei Umsatz- und EBIT-Wachstum. Die produzierende Industrie und der Bereich Metall & Bergbau entwickelten sich negativ. Die Bauindustrie hat allerdings eine Sonderstellung: Hier macht sich die Krise durch lange Projektvorlaufzeiten erst jetzt voll bemerkbar. Vorkrisen-Aufträge sind jedoch abgearbeitet und Konjunkturprogramme laufen aus.
Eigenkapitalquote überdurchschnittlich hoch
Die untersuchten Unternehmen weisen eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 50 Prozent auf und sind damit deutlich besser kapitalisiert als westeuropäische Unternehmen. Dieser Wert ist vor allem auf die Eigentümerstruktur mit starken Kernaktionären und auf geringe Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung zurückzuführen. Auch hier zeigt sich, dass kleine Unternehmen in der Krise deutlich an Eigenkapital verloren haben, während der Rückgang bei mittleren und großen Unternehmen moderater ausfiel.
Auch hinsichtlich Liquidität befinden sich die Unternehmen mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau: Der Cash-Bestand lag 2010 bei durchschnittlich 8,8 Prozent des Gesamtvermögens, 2009 waren es 7,7 Prozent. Nach wie vor erhöht ist jedoch das Ausfallrisiko, vor allem im Bau- und Energiesektor. Noch immer befinden sich mehr als ein Viertel der analysierten Unternehmen in einem erhöhten Risikobereich. Generell waren MOE-Unternehmen in den vergangenen drei Jahren für Investoren nicht rentabel: Die Kapitalkosten sind seit 2008 höher als die Rendite, die Eigentümer verlieren Geld. Trotzdem zeigen sich Investoren optimistisch: Die EBITDA-Multiples haben wieder Vorkrisenniveau erreicht, obwohl die makroökonomischen Aussichten deutlich reduziert wurden. Das zeugt von großer Zuversicht der Investoren, die an eine Outperformance der bewerteten Unternehmen glauben.
Die meisten mittel- und osteuropäischen Unternehmen sind gut durch die Krise gekommen, die Umsätze haben wieder Vorkrisenniveau erreicht, die Ergebnisse noch nicht ganz. Ein Drittel der Unternehmen konnte auch in der Krise Umsatz und Ergebnis steigern. Überdurchschnittlich gut entwickelten sich polnische, tschechische und österreichische Unternehmen. Obwohl die Renditen seit 2008 niedriger als die Kaitalkosten sind, zeigen sich Investoren bezüglich der weiteren Entwicklung der Region zuversichtlich: Die EBITDA-Multiples befinden sich wieder auf dem Niveau der Vorkrisenzeit. Das sind die Ergebnisse der Studie "CEE after the crisis – Back to business as usual?", für welche Daten von 1.200 Unternehmen – 89 Prozent davon börsennotiert – aus 13 MOE-Ländern analysiert wurden.
Die untersuchten Unternehmen sind sehr gut durch die Krise gekommen. Schon 2010 lagen die Umsätze tendenziell über dem Vorkrisenniveau, bei den Ergebnissen sind sie allerdings noch nicht so weit. Auffallend ist, dass der Abstand zwischen kleinen Unternehmen (< 50 Mio. EUR Umsatz) und ihren größeren Mitbewerbern hinsichtlich Umsatz und Rentabilität immer größer wird: Kleine Unternehmen wuchsen schon vor der Krise deutlich langsamer, haben relativ spät auf die Krise reagiert und mühen sich jetzt ab, um den Anschluss wiederzufinden.
Das zeigt sich vor allem bei der Rentabilität (EBIT-Margen). Zeichneten sich MOE-Unternehmen vor der Krise durch eine jährliche Produktivität von durchschnittlich zehn bis zwölf Prozent aus, so liegt dieser Wert nun ein Drittel darunter (5-7%). Kleine Unternehmen mussten 2009 sogar ein negatives EBIT (-5%) hinnehmen und konnten ihre EBIT-Margen 2010 nur auf vier Prozent steigern. Wir gehen generell davon aus, dass bei den EBIT-Margen das Vorkrisenniveau nicht so schnell erreicht werden wird, und rechnen in den nächsten Jahren mit einer Seitwärtsentwicklung.
Krise trennt Spreu vom Weizen
Die Schere zwischen Low- und Top-Performern geht in Mittel- und Osteuropa immer weiter auseinander, die Krise hat diese Entwicklung noch beschleunigt. Im Zeitraum von 2004 bis 2010 erwirtschafteten 58 Prozent der untersuchten Unternehmen ein Umsatz- und Ergebnisplus. In den Jahren zwischen 2007 und 2009 waren es 28 Prozent. Die Gruppe der Low-Performer stagniert hingegen seit 2004. Fast ein Drittel der Unternehmen wuchs also auch in der Krise, weitere 12 Prozent konnten immerhin ihr Ergebnis verbessern. Das zeigt, dass sich gut geführte Unternehmen unabhängig von ihrem Marktumfeld entwickeln können.
Polen vor Tschechien und Österreich
Wie gering die Korrelation zwischen Unternehmens- und BIP-Entwicklung ist, zeigt der Ländervergleich: Polnische Unternehmen erwirtschafteten zwischen 2005 und 2009 mehr als zwölf Prozent Umsatzwachstum pro Jahr, tschechische und österreichische Unternehmen rund acht Prozent. Das BIP-Wachstum lag in diesen Ländern deutlich darunter. In Rumänien und Russland wiederum wuchsen die Umsätze weniger als zwei Prozent pro Jahr – trotz eines Wirtschaftswachstums von knapp vier Prozent. Auch die Erfolgsfaktoren variieren von Land zu Land: Polen hat vor allem von der starken Inlandsnachfrage und – seine Automobilindustrie – von der deutschen Abwrackprämie profitiert. Tschechien, der reifste MOE-Markt, konnte als Produktionsstandort mit attraktiven steuerlichen Rahmenbedingungen und einer gut entwickelten Infrastruktur punkten. Österreichische Unternehmen nutzten wiederum ihre internationalen Verflechtungen – auch mit Deutschland –, um die Folgen der Krise abzufedern.
Betrachtet man die Branchen, so zählen der Bau- und Immobiliensektor, der Dienstleistungsbereich, Konsumgüter sowie der Handel zu den Outperformern bei Umsatz- und EBIT-Wachstum. Die produzierende Industrie und der Bereich Metall & Bergbau entwickelten sich negativ. Die Bauindustrie hat allerdings eine Sonderstellung: Hier macht sich die Krise durch lange Projektvorlaufzeiten erst jetzt voll bemerkbar. Vorkrisen-Aufträge sind jedoch abgearbeitet und Konjunkturprogramme laufen aus.
Eigenkapitalquote überdurchschnittlich hoch
Die untersuchten Unternehmen weisen eine durchschnittliche Eigenkapitalquote von 50 Prozent auf und sind damit deutlich besser kapitalisiert als westeuropäische Unternehmen. Dieser Wert ist vor allem auf die Eigentümerstruktur mit starken Kernaktionären und auf geringe Möglichkeiten zur Fremdfinanzierung zurückzuführen. Auch hier zeigt sich, dass kleine Unternehmen in der Krise deutlich an Eigenkapital verloren haben, während der Rückgang bei mittleren und großen Unternehmen moderater ausfiel.
Auch hinsichtlich Liquidität befinden sich die Unternehmen mittlerweile wieder auf Vorkrisenniveau: Der Cash-Bestand lag 2010 bei durchschnittlich 8,8 Prozent des Gesamtvermögens, 2009 waren es 7,7 Prozent. Nach wie vor erhöht ist jedoch das Ausfallrisiko, vor allem im Bau- und Energiesektor. Noch immer befinden sich mehr als ein Viertel der analysierten Unternehmen in einem erhöhten Risikobereich. Generell waren MOE-Unternehmen in den vergangenen drei Jahren für Investoren nicht rentabel: Die Kapitalkosten sind seit 2008 höher als die Rendite, die Eigentümer verlieren Geld. Trotzdem zeigen sich Investoren optimistisch: Die EBITDA-Multiples haben wieder Vorkrisenniveau erreicht, obwohl die makroökonomischen Aussichten deutlich reduziert wurden. Das zeugt von großer Zuversicht der Investoren, die an eine Outperformance der bewerteten Unternehmen glauben.
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