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ÖSTERREICH
 
 

Shared Service and Competence Centers for Insurers

Studie sieht geschätzte Kosteneinsparungen von bis zu zehn Prozent

Shared Service Center (SSC) erfreuen sich in der Versicherungsbranche zunehmender Beliebtheit. Neben Kosteneinsparungen erhoffen sich Unternehmen dadurch eine höhere Servicequalität und bessere Kontrollmöglichkeiten. Über die Hälfte der befragten Unternehmen hat die Bereiche Rückversicherung und Asset Management sowie IT-bezogene Funktionen zumindest teilweise bereits zentralisiert. Gerade bei den IT-bezogenen Funktionen besteht die Möglichkeit einer weiteren Bündelung in den SSC. Zu diesem Ergebnis kommen die Efma (European Financial Marketing Association) und Roland Berger Strategy Consultants in ihrer gemeinsamen Studie "Shared Service and Competence Centers for Insurers". Die Studie zeigt Chancen und Hindernisse auf und gibt Empfehlungen für den erfolgreichen Einsatz von Shared Service Centern.

Die Finanzkrise, die zu erwartenden Gesetzesänderungen, die schwierigen Marktverhältnisse sowie die Gewinneinbußen bei den Unternehmen haben viele europäische Versicherer veranlasst, ihre Kosten stärker zu kontrollieren. Ein bevorzugtes Mittel zur Kostensenkung ist dabei die Einführung von Shared Service und Shared Competence Centern. Europäische Versicherungsunternehmen erwarten Kosteneinsparungen von mehr als 15 Prozent durch Shared Service und Shared Competence Center je nach Aufgaben und Funktionen.

Senkung der Lohnkosten steht nicht im Mittelpunkt
Laut Studie wird außerdem die Anzahl der Versicherer, die ihre Produktentwicklung zumindest teilweise in Shared Competence Center verlagern, um 40 bis 55 Prozent zunehmen. Entgegen dem gängigen Markttrend sind die Shared Service und Shared Competence Center von Versicherern nicht überwiegend in Niedriglohnländern angesiedelt. Das Hauptkriterium für die Standortwahl ist nach Angaben der europäischen Versicherer die Verfügbarkeit von qualifizierten Mitarbeitern mit geeigneten Sprachkenntnissen sowie die Nähe zur Unternehmenszentrale. Letzteres sei wichtiger als die Lohnkosten – und das, obwohl der Kostenaspekt der Hauptgrund für die Zentralisierung von Funktionen ist.

Nachteile und Hürden bei der Umsetzung
Der Einsatz von Shared Service Centern birgt aber auch Nachteile, wie die Studie ergab. Der Verlust von lokalem Know-how und Marktnähe ist die Kehrseite der SSC. Die Unternehmen büßen zudem an Flexibilität ein. Hinzu kommt, dass es den Shared Competence Centern häufig an marktspezifischem Wissen mangelt. Um die Vorteile nutzen zu können und die Nachteile von Shared Service und Shared Competence Centern in den Griff zu bekommen, müssen Unternehmen besonders auf die Gestaltung der Schnittstellen und der Service Level Agreements (SLAs) sowie auf harmonisierte Prozesse und die fachliche Kompetenz der Mitarbeiter bei den Shared Competence Centern achten.

Global Player fortgeschrittener als lokale Versicherer
Während globale Versicherungsunternehmen schon jetzt bestimmte Funktionen wie IT oder Rückversicherung in Shared Service und Shared Competence Centern gebündelt haben, haben kleinere, regional operierende Versicherer diesen Schritt erst teilweise vollzogen. Für die größeren Versicherer ergeben sich wiederum Chancen aus einer weiteren Bündelung. Das zeigt sich auch in der sehr hohen Anzahl von Befragten, die von einer weiteren Konsolidierung in naher Zukunft ausgehen.
15.03.2011
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