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ÖSTERREICH
 
 

Elektromobilität in den USA: Auf die Städte kommt es an

Roland Berger und Rocky Mountain Institute untersuchen 50 US-Städte

Seit Ende 2010 rollt die erste E-Mobility-Welle über die USA. Stadtregionen, in denen die Bereitschaft für und das Bedürfnis nach Elektromobilität am größten ist – wie in Los Angeles, New York oder San Francisco – wurden als erste erfasst. Während einige Städte bestens für den Einzug des Elektroautos gerüstet sind, könnte der Rest des Landes von der Entwicklung überrascht werden. Denn ob und wie schnell sich die Elektrofahrzeuge durchsetzen, hängt vor allem vom Vorhandensein gesetzlicher und wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und der Ladeinfrastruktur in den Städten ab. Die gute Nachricht: Der Weg zur E-Mobilität wurde im vergangenen Jahr dank der Initiativen einiger Vorreiterstädte klarer und kürzer. Von ihnen können andere Metropolen lernen und sich so auf die nächste – noch größere – Welle von Elektrofahrzeugen vorbereiten. Das sind die Ergebnisse der gemeinsamen Studie "PEV Readiness Study – Electric Vehicles in America" von Roland Berger Strategy Consultants und dem Rocky Mountain Institute. Das Ranking der "e-mobility cities" führen San Jose, Los Angeles und San Francisco an.

Für Elektromobilität bereit zu sein, bedeutet mehr, als nur Ladestationen zu bauen. Elektrofahrzeuge brauchen das passende Umfeld, um ihren gesamten potenziellen ökonomischen und ökologischen Nutzen entfalten zu können. Städte spielen dabei eine zentrale Rolle, in den USA ebenso wie in Europa. Es sind Gemeinden und Regionen, welche die Rahmenbedingungen schaffen, die Strukturen planen und die Stakeholder – von den Versorgungsunternehmen bis hin zu den Autoherstellern – koordinieren. Denn damit Elektrofahrzeuge praktikabel werden, müssen die Städte neben der Infrastruktur auch die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen verbessern, um den Konsumenten den Umstieg schmackhaft zu machen. Auch wenn einige US-Metropolen bereits Maßnahmen ergriffen haben, ist eigentlich noch keine von ihnen bereit für die E-Mobilität. Erst wenn die Elektroautos in den nächsten Jahren auf den Straßen fahren, werden der tatsächliche Bedarf und etwaige Planungsfehler sichtbar werden. In der Zwischenzeit sollten sich die Städte darauf konzentrieren, solide und realistische Pläne zu entwickeln, alle Stakeholder mittels Partnerschaften in die Planung einzubeziehen, schnelle Genehmigungsverfahren zu ermöglichen, verschiedene – auch nichtfinanzielle – Anreize zum Umsteigen zu bieten und die Konsumenten entsprechend zu informieren.

Weitere Entwicklung noch nicht klar
Die Städte, die sich auf die Elektromobilität vorbereiten, stehen vor gewaltigen Herausforderungen und Unsicherheiten. Sie benötigen staatliche Gelder, müssen sich einen umweltfreundlichen Ruf erarbeiten und auf den ersten Wellen mitschwimmen, weil die Autohersteller ihr knappes Budget für Elektroautos auf diese Städte konzentrieren werden. Doch auch Kommunen, die nicht zu den Vorreitern zählen, werden von einer gründlichen Planung profitieren, weil sie dadurch Fehlinvestitionen, Verwirrung und Verzögerung bei Genehmigungen und Zulassungen sowie Enttäuschung bei den Autofahrern vermeiden. Ansonsten ziehen sie möglicherweise den Unmut der Bürger auf sich oder sie erreichen die anvisierten Ziele bei der Verringerung von Treibhausgasemissionen nicht. Und das, obwohl sich die E-Mobilität verbreitet – allerdings noch in einem frühen Stadium.

Ergebnisse auf Europa übertragbar
Die Studienergebnisse zeigen, dass sich Elektromobilität zu einem globalen Leitthema entwickelt. Jetzt werden die Weichen für den allmählichen Übergang in eine neue Ära der Mobilität gestellt. In den USA wie in Europa ist ein "Hineinschnuppern" in die Elektromobilität kurzfristig nur über Modellregionen und Feldversuche machbar. Für eine breite Einführung müssen noch Kostenstrukturen und Komponenten wie etwa Batterien wesentlich verbessert werden. Was in beiden Fällen fehlt, sind politischer Druck zur besseren Vernetzung der Unternehmen und Finanzierungsanreize. Letztendlich werden sich Elektroautos und Plug-in-Hybridfahrzeuge (plug-in electric vehicles; PEVs) nur durchsetzen, wenn alle Beteiligten Hand in Hand arbeiten. Andernfalls wird es nicht möglich sein, das Gesamtpotenzial auch nur annähernd auszuschöpfen.

Eine Kurzversion der Studie können Sie hier   kostenlos bestellen.

19.01.2011
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