• Alumni  
  • Sitemap
  • Weitere Webseiten
 
ÖSTERREICH
 
 

Szenario Update: Drei Fragen zur Krise

Im November 2008 waren wir mutig genug, drei Szenarien zur Wirtschaftskrise vorzustellen und unsere Einschätzung zur weiteren Entwicklung abzugeben. Aus unserer Sicht waren Dauer und Schwere der Krise vom Funktionieren der Finanzmärkte und der Wirksamkeit der staatlichen Interventionen abhängig. Außerdem war im Winter noch nicht klar, in welchem Ausmaß einzelne Industrien vom Abschwung betroffen sein würden und wie die BRIC-Staaten auf die Krise reagieren. Wir haben uns deswegen entschlossen, unsere drei Szenarien aus dem vergangenen Jahr zu aktualisieren.

Um hier Orientierung zu bieten, haben wir wieder drei mögliche Szenarien abgegrenzt:

Szenario 1: DIE V-KURVE – Dem steilen Abschwung folgt ein schneller Aufschwung

Tiefe der Krise
Die Weltwirtschaft schrumpft 2009, die Wachstumsrate zum Vorjahr beträgt ca. -0,5%. Besonders hart getroffen sind stark exportorientierte Volkswirtschaften wie Deutschland (-3,2%) oder Japan (-5,8%) sowie Länder mit strukturellen Problemen im Finanz- oder Immobiliensektor, wie die USA (-2,8%) und UK (-3,0%). Ein durch wachsende Binnenmärkte gestütztes moderates Wachstum in vielen Emerging Markets sowie ein immer noch hohes Wachstum gerade in den BRIC-Staaten China (+6,0%) und Indien (+4,5%) stabilisiert die Weltwirtschaft.

Dauer der Krise
Von heute an noch 12 Monate. Im zweiten und dritten Quartal 2009 verlangsamt sich der Abschwung, spätestens im zweiten Quartal 2010 sehen wir in einer Reihe von Industrienationen wieder positive Wachstumsraten zum Vorquartal.

Intensität des Aufschwungs
Rasche Belebung der Wirtschaft. Eine in vielen Ländern deutliche Erholung des Konsumklimas und leere Läger in der Industrie lassen die Nachfrage anspringen. 2010 verbessert sich die Wachstumsrate global auf +2,5% (USA +1,0%, Deutschland +0,5%, Japan +0,4%).

Ob unser Szenario 'V-Kurve' eintritt, hängt vor allem von zwei Fragen ab: Können die USA im Sommer oder Frühherbst mit guten Nachrichten über die anziehende Konjunktur aufwarten und gelingt es China, sich eine realistische Chance auf mindestens 6% Wachstum zu schaffen? Nur wenn die Antwort auf diese Fragen positiv ist, besteht die Chance auf eine relativ rasche Erholung der Konjunktur.

Szenario 2: DIE U-KURVE – Verlängerte Phase der Rezession mit zögerlichem Aufschwung

Das zweite Szenario geht von einer tieferen Rezession aus, der Aufschwung setzt erst nach einer längeren Phase der Bodenbildung ein. Wenn die Wende in den USA und China nicht gelingt und die Frühindikatoren nicht anziehen, wie geschildert, befinden wir uns – bestenfalls – im Szenario zwei: der U-Kurve, gekennzeichnet von einer lang anhaltenden Rezession.

Tiefe der Krise
Die Wirtschaft schrumpft. Mit einer Wachstumsrate von -1,0% bis -1,5% ist 2009 das globale BIP erstmals seit zwei Generationen negativ.

Dauer der Krise
Vor uns liegen vier bis sechs Quartale negativen Wachstums. Erst in der zweiten Jahreshälfte 2010 setzt der Aufschwung ein.

Intensität des Aufschwungs
Nach dem scharfen Abschwung setzt die Erholung nur zögerlich ein, 2010 liegt das globale Wachstum bei nur 1,5%, das Wirtschaftswachstum wichtiger Industrienationen stagniert. Erst im Jahre 2011 ist ein merklicher Aufschwung zu beobachten.

Szenario 3: DIE L-KURVE – Extreme Rezession, gefolgt von einer langen Phase der Stagnation

Unser drittes Szenario schildert eine extreme Rezession (Quasi-Depression), der eine lange Phase der Stagnation folgt. Das Jahr 2009 wird zeigen, ob wir die Trendwende schaffen und es zu einer raschen Erholung – der V-Kurve – kommt. Gelingt das nicht, entscheidet sich im Sommer 2010, ob wir mit einer U- oder einer L-förmigen Konjunkturentwicklung rechnen müssen, einer mittelfristigen Erholung oder einer langanhaltenden Depression.

Tiefe der Krise
Die globale Wirtschaft schrumpft innerhalb von zwei Jahren um insgesamt 3%.

Dauer der Krise
Von heute an mindestens drei Jahre. Zwar sinken die Wachstumsraten ab Mitte 2011 nicht mehr, allerdings setzt auch kein deutlicher Aufschwung ein, die globale Wirtschaft stagniert.

Intensität des Aufschwungs
Minimal, nur aus den Emerging Markets erfolgen leichte Wachstumsimpulse.
22.04.2009
Top

Weitere news